Netzwerk Mütterinitiativen
Netzwerk Mütterinitiativen 

Im Handstreich entsorgt

Der Verlust eines Elternteils im Rahmen von hochstrittigen Familienkonstellationen nach Trennung kommt häufiger vor. Nicht immer wurde der Elternteil tatsächlich entsorgt. Manchmal entsorgt es sich durch unkluges Verhalten auch selber. Wir möchten auf eine ganz andere, und doch ganz typische, häufig vorkommende und schockierende Konstellation aufmerksam machen: Hier findet die Übernahme des Kindes im Handstreich statt, die der Vater des Kindes wohlüberlegt von langer Hand plant.

 

Christine bekommt von Stefan ein Kind. Sie sind verheiratet,  oder sie leben wahlweise als Partner zusammen bzw. waren niemals ein Paar. Das spielt bei diesen Konstellationen keine Rolle.  Sie trennen sich spätestens nach den ersten Lebensjahren des Kindes nicht eben in Freundschaft. Christine ist dann alleinerziehend. Stefan zahlt je nach finanzieller Leistungsfähigkeit Kindesunterhalt. Stefan erhält ein Umgangsrecht und sieht sein Kind von da ab regelmäßig alle zwei Wochen am Wochenende, manchmal auch einen Nachmittag in der Woche. In den Ferien fährt das Schulkind die Hälfte der Ferien mit ihm in den Urlaub. Es kommt, vielleicht mal abgesehen von einer kurzen gerichtlichen Auseinandersetzung direkt nach der Trennung, zu keinen weiteren gerichtlichen Verhandlungen. Das Verhältnis bleibt leicht belastet. Christine hat ein gutes, entspanntes Verhältnis zu ihrem Einzelkind und fühlt sich rundum zufrieden. Als ihr Kind etwa 12 ist, fährt sie mit ihrem Kind in einen wunderschönen Urlaub. Nach der ersten Hälfte der Sommerferien ist der Papa dran. Sie verabschiedet ihr Kind fröhlich, nicht ahnend, dass sie ihr Kind niemals mehr wiedersehen wird. Das Kind meldet sich in der ersten Woche des Urlaubs noch einmal. Dann bleibt die Leitung still. Komisch, denkt sie. Gegen Ende des Urlaubs ruft der Vater des Kindes an und teilt ihr mit, das Kind komme nicht zurück. Es bleibe bei ihm. Es wolle sie nicht mehr sehen. Sie ist ratlos und ein bisschen im Schock. Sie denkt, das wird sich aufklären und bittet um ein Gespräch beim Jugendamt. Das Jugendamt nimmt Kontakt zum Vater des Kindes auf, befragt das Kind. Dieses behauptet, von der Mutter schwerst misshandelt worden zu sein, weshalb es sie nicht mehr sehen möchte. Spuren lassen sich nicht nachweisen. Das Gegenteil zu beweisen gelingt der Mutter aber auch nicht. Wie auch..... Daraufhin sagt die Mutter, sie möchte es von dem Kind selbst ins Gesicht gesagt bekommen und mit dem Kind selber sprechen, in Gegenwart der Jugendbeamten. Sie möchte da ein Missverständnis aufklären.  Diese sagen, das Kind möchte solch ein Gespräch nicht führen. Nun geht sie vor Gericht, jedoch mit dem gleichen Ergebnis. Eine Aussprache findet nicht statt. Das Kinderzimmer in der Wohnung der Mutter ist noch unberührt. Es wurde nichts mitgenommen, auch die Winterkleidung ist noch im Kleiderschrank. Die Mutter hofft, und denkt, das Kind hat diese Sachen extra im alten Kinderzimmer gelassen, damit es zurückkommen kann und dann seine Sachen beisammen hat. Aber der Grund für das Hinterlassen aller Dinge ist ein anderer, als sie denkt: sie wurde ausradiert, sämtliche Erinnerungen wurden mit den Sachen im alten Leben gelassen...... Das Kind kommt niemals mehr zurück. Es meldet sich niemals mehr. Nach zwei oder mehr Jahren fragt die Mutter, was sie mit dem Kinderzimmer machen soll. Sie hat immer noch Hoffnung. Manche Mütter warten fünf Jahre. Christine wird in den Jahren schwer depressiv und krank. Viele Jahre später, das Kind ist inzwischen 20, kommt ein Anruf. Das Kind ruft an. Die Mutter ist fassungslos vor Glück und Aufregung. Sie fragt das Kind, wie es ihm ginge. Es antwortet: "heute bin ich bei Papa ausgezogen, und habe meine erste eigene Wohnung, ich sitze noch auf den Umzugskartons".

 

Ein Text! Sie können ihn mit Inhalt füllen, verschieben, kopieren oder löschen.

 

 

Unterhalten Sie Ihren Besucher! Machen Sie es einfach interessant und originell. Bringen Sie die Dinge auf den Punkt und seien Sie spannend.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2014 Mütterinitiative