Mütter und Kinder schützen
Mütter und Kinderschützen 

Bericht eines betroffenen ehemaligen Kindes zur Selbstbestimmung des Aufenthalts

 

 

Gerne würde ich als Scheidungskind berichten: Meine Eltern trennten sich nach 17 Jahren Ehe. Für mich kam es plötzlich und unvorhersehbar. Ich sah meine Eltern nie streiten. Wir haben auch noch gemeinsam unseren Urlaub mit dem Wohnwagen gemacht. Ich war zu dem Zeitpunkt 11 Jahre alt und meine Schwester 5 Jahre. Danach ging alles bergab. Es gab eine richtige Schlammschlacht um unser Haus und um unser Zuhause. Meine Eltern erzählten uns abwechselnd wie blöd der andere Elternteil ist. Ich wusste nicht mehr, wem ich glauben sollte. Ich eckte regelmäßig mit meiner Mutter an, stritt häufig mit ihr, habe sie von oben herab behandelt. Wir haben unseren Vater regelmäßig gesehen, meine Schwester war selten bei meinem Vater, ich aber um so häufiger. Da fing mein Vater an mir ständig Dinge zu kaufen um mich materiell auf seiner Seite zu ziehen. Ich als pubertäres Kind war davon angetan. Ich fing an, meinem Vater mehr Glauben zu schenken als meiner Mutter. Eines Tages eskalierte alles, meine Oma, also Mutter meines Vaters, kaufte mir ein neues Rad. Meine Mutter aber war damit nicht einverstanden, weil ich ein Fahrrad hatte und nur ein neues wollte, weil meine Freundin auch ein tolles Mountainbike bekommen hat. Meine Mutter schloss das neue Rad weg, um mit meinem Vater drüber zu sprechen das dies nicht geht. Ich aber war sauer auf meine Mutter, ich wollte das so nicht akzeptieren und bin ausgezogen zu meinem Vater. Ich habe meine Mutter verlassen, die immer für mich da war, die versucht hat uns Kinder alles zu ermöglichen. Einmal im Jahr Urlaub war immer drin,  und das für ein Fahrrad........ Es gab eine Gerichtsverhandlung über das ABR. Dieses wurde meinem Vater zugesprochen, weil ich bei meinem Vater bleiben wollte. Ich habe meine Mutter zu dem Zeitpunkt gehasst, weil mein Vater mich umgepolt hatte. Ich hatte die ganze Zeit keinen Kontakt zu meiner Mutter. Ich lebte mit meinem Vater alleine, war von Anfang an auf mich selbst gestellt. Mein Vater arbeitete im Wechselschichten. Ich sah in der Woche meinen Vater selten. Nur am Wochenende hatte er Zeit,  aber da war ich meistens mit meinen Freunden unterwegs. Er hat das ABR bekommen weil er log vor Gericht. Er sagte, er hätte nur Frühschicht, was aber nicht stimmte. Ich rutschte in der Schule ab. Versetzungen und Abschluss waren in Gefahr. Das ganze Dilemma, Drogen, Schule schwänzen und immer nur auf der Rolle. Aber ich habe irgendwie doch noch die Kurve bekommen. Aber nur gerade so. Heute bin ich 28 Jahre, alleinerziehend mit 3 Kindern. Ich stecke in der gleichen Situation wie meine Mutter. Nun versuchen die Väter, die Kinder zu kaufen und mir zu nehmen, anstatt mit mir zusammen zu arbeiten. Ich habe heute zu meinen beiden Eltern ein sehr enges Verhältnis und bin so froh beide Eltern zu haben. Zwar sind meine Eltern nicht die besten Freunde, aber die reißen sich zusammen für die Enkelkinder. Da zieh ich meimem Hut vor. Aber eines steht für mich fest: in der Zeit, wo ich keinen Kontakt zu meiner Mutter hatte, hätt ich sie umso mehr gebraucht. Ein Vater kann die Rolle übernehmen aber niemals ersetzen. Ich habe heute noch ein schlechtes Gewissen meiner Mutter gegenüber. Ich bin mir dessen sicher, wäre ich nicht zu meinem Vater gezogen, wäre ich bestimmt heute nicht in so einer verzwickten Situation. Meine Mutter hätte mehr wert darauf gelegt das mein Leben ordentlich verläuft. Aber ich will die Schuld nicht auf meine Eltern schieben.

 

Für mein Schicksal bin ich selbst verantwortlich.

 

Schade, dass ich meine Entscheidung,  zu meinem Vater zu ziehen, nicht genau überdacht hatte. Ich konnte es mit 13 nicht.

Ich bin abschließend der Meinung, das die Mutter eine wesentlich größere Rolle spielt als nur die Gebärmaschine zu spielen. Der Vater kann die Aufgabe Mama übernehmen aber niemals ersetzen! Und da sollte schnellstens ein Umdenken stattfinden.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2014 Mütterinitiative

Hier finden Sie uns

Mütter und Kinder schützen

Sentastr. 45

22083 Hamburg

Rufen Sie einfach an unter

 

040-2996495

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.